Meine Abschlussarbeit mit dem Titel „Einflüsse verschiedener Designansätze auf die Wahrnehmung der emulierten Raumakustik von aktiven Akustik Systemen“ (M.Sc. TU-Berlin) entstand in Kooperation mit der Firma Amadeus Acoustics. Ziel war es den Einfluss verschiedener Designansätze zur Hallerzeugung bei Aktiven Akustik Systemen zu untersuchen. Dafür wurde folgende Leitfrage entwickelt: Inwiefern unterscheiden sich in der Aktiven Akustik die Designansätze In-Line und rekursiv in der Klangqualität?
Bei der Erzeugung der emulierten Raumakustik haben sich primär zwei Designansätze etabliert: die In-Line Methode und das rekursive System. Obwohl die grundlegenden Eigenschaften der beiden Designansätze bekannt sind, besteht Bedarf in der direkten Gegenüberstellungen beider Methoden. Ein Beispiel ist die ausgeprägte Robustheit gegenüber Rückkopplungen von In-Line Systemen, welche aus der direkten Schallaufnahme resultiert. Rekursive Systeme hingegen zeigen durch den Einbezug vorhandener Reflexionen ein natürlicheres Abklingverhalten, aber eine höhere Anfälligkeit für Klangverfärbungen durch die Rückkopplungsschleifen. Auf Grundlage des Aktive Akustik Systems der Firma Amadeus Acoustics, ein hybrides System, lassen sich sowohl der In-Line- als auch der rekursive Ansatz unabhängig voneinander realisieren und direkt gegenüberstellen. Mit Hilfe von raumakustischen Impulsantwortmessungen und der Erfassung von perzeptiven Faktoren über Hörversuche (RAQI) werden die klanglichen Auswirkungen beider Methoden systematisch untersucht.
Abstract
Die Masterarbeit widmet sich der Untersuchung elektroakustischer Raumakustiksysteme, die es ermöglichen, akustische Eigenschaften von Räumen bedarfsgerecht anzupassen. Dafür wird das Aktive Akustik System der Firma Amadeus Acoustics als Forschungsgrundlage herangezogen und die Einflüsse verschiedener Designansätze, In-Line und rekursiv, auf raumakustische Eigenschaften untersucht. Mit Hilfe von raumakustischen Messungen und der Erfassung von RAQI-Faktoren über Hörversuche werden die Untersuchungsräume konkret beschrieben. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede der Systemdesigns im frühen Abklingverhalten sowie klangliche Differenzen in Hinblick auf Hörsamkeit, Halligkeit, Stärke und Verfärbung. Das rekursive System klingt insgesamt natürlicher als das In-Line System, ist jedoch durch die Verstärkung der Rückkopplungsschleifen begrenzt, um die Systemstabilität zu bewahren.
DAGA Vortrag
Im Rahmen der 52. Jahrestagung für Akustik in Dresden (DAGA) habe ich die Ergebnisse meiner Masterthesis präsentiert und die Brücke zwischen akademischer Forschung und angewandter Audiotechnik geschlagen. Vor einem Fachpublikum aus Akustikern und Ingenieuren durfte ich dort meine Forschungsergebnisse vorstellen und einen aktiven Beitrag zum aktuellen Diskurs der Audiotechnik und Akustik leisten.
