Sebastian Runn

Medientechnik

Masterthesis – Einflüsse von Mikrofoncharakteristiken – Amadeus Active Acoustics

Meine Abschlussarbeit mit dem Titel „Active Acoustics – Einflüsse des technischen Setups auf die Wahrnehmung bei elektroakustischen Nachhallzeitverlängerungsanlagen“ (M.A. HAW-Hamburg) entstand in Kooperation mit der Firma Amadeus Acoustics. Ziel war es den Einfluss der Mikrofoncharakteristik im Einsatz in der Aktiven Akustik zu untersuchen. Dafür wurde folgende Leitfrage entwickelt: Wie unterscheidet sich der Einsatz verschiedener Mikrofoncharakteristiken in Aktiven Akustik Systemen und welchen Einfluss hat die Mikrofonwahl auf die ästhetische Klangwahrnehmung?

Da angenommen wird, dass systematische Unterschiede im Tuningprozess bestehen, die sich in der Energieverteilung, der Systemstabilität und der Klangverfärbung niederschlagen und unterschiedliche Mikrofoncharakteristiken signifikante ästhetische Unterschiede in der Hörwahrnehmung hervorrufen, soll diese Untersuchung Erkenntnis über Richtwerte und Handlungsrichtlinien für den Hersteller Amadeus Acoustics im Umgang mit unterschiedlichen Mikrofonen bieten. Die Ergebnisse sollen aufzeigen, in welchen Anwendungsszenarien ein Abweichen vom bisherigen Standard der Superniere sinnvoll sein kann, um die Qualität der elektroakustischen Installationen zu optimieren.

Abstract

Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss der Mikrofoncharakteristik auf die Parametrisierung, die Systemstabilität und Klangästhetik aktiver Raumakustiksysteme am Beispiel von Amadeus Acoustics. Ziel der Studie ist es, die technischen und qualitativen Auswirkungen von Druckempfängern im Vergleich zu Richtmikrofonen zu evaluieren. Methodisch kombiniert die Arbeit raumakustische Messungen mit subjektiven Hörberichten. Ein zusätzlicher Fokus wird auf die räumliche Energieverteilung und den Umgang mit den Mikrofonen beim Tuning des Systems gelegt. Während die Superniere eine höhere Rückkopplungsfestigkeit und Gutmütigkeit im Tuningprozess aufweist, erzielt die Kugelcharakteristik eine überlegene räumliche Einhüllung und klangliche Sättigung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mikrofonwahl den operativen Arbeitsbereich des Systems verschiebt. Es wurde eine systematische Abweichung bei der Einstellung des Shape-Reglers von circa 30 Einheiten festgestellt, um physikalische Differenzen der Mikrofontypen zu kompensieren. Ein möglicher Identifikator für eine geeignete Konfiguration ist die Sichtbarkeit von Maxima in der frequenzabhängigen Nachhallzeit bei 500 Hz und 1 kHz. Die Studie liefert somit konkrete Erkenntnisse für den Umgang mit verschiedenen Mikrofoncharakteristiken.

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